Mit Ihrem Roman Ruhrpottkind unternimmt Sarah Meyer-Dietrich eine Zeitreise in eine Kindheit der 1980er-Jahre in Gelsenkirchen-Horst. Mitten im Kohlenpott wächst Protagonistin Jenni mit ihrer jüngeren Schwester Jana, ihrer alleinerziehenden Mutter Geli und der Oma auf. Wer sich auf diese Zeitreise einlässt, wird alte Schätze einer Generation wiederfinden - von Alf bis C64. Diese kindliche Nostalgie verknüpft Sarah Meyer-Dietrich mit einem oftmals tristen Alltag unter besonderen Familienumständen, Geldknappheit und Zigarettenrauch. Und so wünscht sich die kleine Jenni, die sich immer wieder über die Probleme ihrer erwachsenen Mitmenschen wundert, hin und wieder gerne nach Timbuktu oder an den Josef-Büscher-Platz, auf dem sie zu gerne einmal Geld für ein neues Mickey-Mouse-Heft sammeln würde.
(ks)
Meyer-Dietrich, Sarah: Ruhrpottkind. Bottrop: Henselowsky Boschmann 2017.